Die Kanon

Wenn alte System versagen, ist es vielleicht an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren! „Die Welt ist in Unordnung. Wie verständigt sich eine Gesellschaft in Aufruhr? Durch einen gemeinsamen Fundus an Wissen“: Unter dieser Leitidee versammelte die Wochenzeitung „Die Zeit“ letzten Sommer hundert kulturelle Produkte, die man angeblich kennen sollte, um sich orientieren zu können. 91 dieser Kulturgüter von Männern stammten, sieben von Frauen und zwei von beiden zusammen.

Das sorgte für Kritik. Mehrere Journalistinnen, Autorinnen und Wissenschaftlerinnen, darunter Sibylle Berg und Margarete Stokowski, begannen, ihrerseits einen Kanon zusammenzustellen: die bedeutendsten Werke nur von Frauen. Nun steht „Die Kanon“, wie dieses Projekt genannt wird, online. *Joana Ortmann im Gespräch mit Theresia Reinhold Zum ganzen Artikel >>

Es gibt da hunderte, tausende, zehntausende Personen, die man entdecken und dabei Neues lernen kann. Das zeigt eigentlich, dass Bildung an sich in diesem kanonischen Sinne viel breiter gefächert werden kann, als sie es momentan wird. Es geht ja auch darum, die Neugier von Menschen wieder zu erwecken und zu sagen: Schaut euch das einfach an, scrollt euch durch, lernt was Neues – mit dem Ziel, einfach das Weltbild zu erweitern und in Diskussion zu bleiben. Der Kanon ist weiblich. Also – die Kanon. Ein Gegenentwurf zum männlichen Bildungskanon – diekanon.org/

Eine Initiative von Sibylle Berg, Simone Meier, Nicole Schöndorfer, Nana Karlstetter, Margarete Stokowski, Laura Ede, Julia Pühringer, Jelena Gučanin, Hedwig Richter, Brigitte Theißl, Theresia Reinhold

Aus der Sicht des Bisherigen, ist das Neue immer falsch. Im alten Denkrahmen ist nicht wirklich Neues möglich. Neues, ist daran erkennbar, dass es zur Beschreibung des Neuen neuer Begriffe bedarf und dass es zu nachhaltigen Konstanten-Verschiebungen kommt; Konstanten im Fühlen, Denken und Handeln.“ Ernst Weichselbaum