Feedback gibt uns Auskunft, wie unser Verhalten wahrgenommen, verstanden und erlebt wird. Es klärt Beziehungen, Erwartungen und ist eine wesentliche Grundlage von Kooperation. Feedback ist ein Abgleichen von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Je höher die Bereitschaft in Gruppen ist, sich gegenseitig Feedback zu geben, desto größer ist die Möglichkeit voneinander zu lernen.

Oftmals gibt es „schaumgebremstes“ Feedback in Organisationen. Einerseits weil unklar ist, welche Konsequenzen kritisches Feedback haben könnte, oder weil klar ist, dass die Konsequenzen unangenehm oder unangebracht sind. Anderseits wird diese verhaltene Rückmeldekultur auch damit begründet, dass man niemanden persönlich kränken will oder selbst befürchtet etwas Unangenehmes über sich zu erfahren. Dadurch entsteht dann meist ein Vakuum in der Zusammenarbeit oder das „Miteinander Reden“ verlagert sich zum „Über-jemanden-Reden“. Auch erhöhen sich dann dadurch Missverständnisse, die Nährboden für Konflikt-Entwicklungen sind.

Feedback ist immer etwas Persönliches und löst etwas aus. Es ist eine reife und wertschätzende Geste, jemandem auch kritische Rückmeldung zu geben. Ausschlaggebend dabei ist die „gute Absicht“. Feedback ist ein wesentlicher Beitrag für Weiterentwicklung. Diesen Situationen aus dem Weg  zu gehen, bedeutet Weiterentwicklung aus dem Weg gehen. Besonders der eigenen.

Überwindet die Unsicherheit, die vermeintliche Schonung und die Scheu klar zu sagen wie man andere erlebt oder erfahren zu wollen, wie man selbst erlebt wird.  Denn dies ermöglicht ein Ankommen in der Realität und die Befreiung der seltsam auferlegten Rückhalte-Kultur.

  • Direkte und klare Rückmeldungen sind Ausdruck von hoher Wertschätzung.
  • Man kann nicht nicht kommunizieren. Man kann nicht nicht Feedback geben.
  • Es gibt IMMER eine Feedback-Kultur. Anstatt „standardisiert“ an der Feedback-Kultur zu arbeiten, sollte man die vorhandene beobachten, um festzustellen, wie reif, leistungsfähig, wertschöpfungsfähig eine Organisation ist. Feedback ist ein Ergebnis.
    Zur Vertiefung empfehle ich >> https://intrinsify.de/ist-organisiertes-feedback-nur-symptombekaempfung/ von Mark Poppenborg
  • Gute Zusammenarbeit und gute Kommunikation bedeuten nicht, „scheinbar“ störungsfrei und harmonisch zu interagieren. Gut bedeutet wirksam. Es erfordert einen offenen Umgang mit Störungen, um sich von einer harmonischen Welle über die Auseinandersetzung mit wesentlichen Störungen und Unterschieden zu einer reiferen (vielleicht harmonischen) Welle zu hieven.

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