Weniger anstrengen, mehr bemühen in der Wissensgesellschaft

von der Vorangst zur Vorfreude
von der Reduzierung zur Erschließung
von der Vereinzelung zur Vergemeinschaftung
von der Steuerung zur Robustheit
von der Gleichmacherei zur Vielfalt
von der Anstrengung zum Bemühen
vom Industriezeitalter in die Wissensgesellschaft
von Vorgaben zum Diskurs
von der Anpassung zum Eigensinn
von Blaupausen zum Lebendigen
von Scheinvereinfachungen zu Netzwerken
von veralteten Antworten zu neuen Fragestellungen
vom Nachmachen zum Nachdenken

Wolf Lotter beschreibt in seinem jüngsten Buch „Zusammenhänge“ wie sehr wir uns bemühen müssen, die Welt zu verstehen, um sie zu gestalten. Statt im Aberglauben stecken zu bleiben, man könne Komplexität reduzieren, müssen wir lernen, müssen wir üben Komplexität zu erschließen. Es ist ein Plädoyer für die Überwindung des Industriezeitalters. Wolf Lotter, ein Vordenker, immer der Gesellschaft zugewandt, macht Lust darauf, sich den wichtigen Fragen zu stellen. Gemeinsam mit ihm und Silke Hermann sind wir in meiner aktuellen Podcastfolge dem modernen Humanismus auf der Spur und veranschaulichen, dass die Komplexitätserschließungs-Arbeit, die Kontextkompetenz in Transformationsprozessen eine essenzielle Schlüsselkompetenz darstellt.

Was bedeutet zukunftsorientiertes Unternehmertum, was hat das mit Demokratie zu tun?

Wie schaffen wir es, Organisationen so zu gestalten, dass sie dem modernen Humanismus gerecht werden, dass Selbstbestimmung, Selbstverantwortung sich entfalten können und wesentliche Bausteine sozialer Gemeinschaft bilden?

Welche Bildungsaufträge gilt es in der Wissensgesellschaft zu erfüllen, welche Kulturtechniken fehlen und womit müssen wir aufhören? Welche Politik, welche Ökonomie brauchen wir?

Wie lassen wir die Angst vor der Vielfalt hinter uns und erkennen in ihr das große Gut der Gerechtigkeit?

Gesellschaft und Organisationen verstehen und gestalten lernen. Das gelingt nur gemeinsam. Sozial ist, was Vielfalt schafft. Das ist die Kernkompetenz des 21. Jahrhunderts.