Presencing…die Zukunft kommen lassen

Erklärende Grafik: Presencing, Wer bin ich? Was ist meine Aufgabe?Wenn etwas gänzlich Neues entsteht, dann gibt es aus der Vergangenheit nichts, auf das wir zurückgreifen können. Neues in die Welt bringen bedeutet, sich auf Wege einlassen, die sich von den bisher begangenen Wegen, unterscheiden. „Neu“ heißt, dass es dazu keine Erfahrungen aus der Vergangenheit gibt. Wie kann es gelingen sich an einer Zukunft zu orientieren – ohne Wissen darüber, wie wir dorthin gelangen?

Wie können wir – Menschen, MitarbeiterInnen, Führungspersonen – mit Herausforderungen umgehen, für die die Erfahrungen der Vergangenheit keine Antwort bieten?

Antworten auf diese Frage zu entwickeln ist die Aufgabe, der sich Claus Otto Scharmer und sein Team an der MIT Sloan School of Management seit nunmehr zehn Jahren stellen. Sie führten 150 Tiefeninterviews mit Führungspersönlichkeiten und Innovatoren aus Wirtschaft und Wissenschaft durch und kamen schlussendlich zu einer bestechend einleuchtenden Erkenntnis:

Der Ausgangspunkt einer Handlung ist maßgeblich bestimmend
für die Handlung selbst.

Die Strategie, sich von vergangenen Ereignissen und Erlebnissen als Ausgangspunkt einer Handlung leiten zu lassen, funktioniert zwar dann gut wenn a) es bereits Erfahrungen zur aktuellen Fragestellung gibt und b) wenn die bevorstehende Aufgabe mit einer erprobten Lösung bewältigt werden kann. Dieser Bewältigungsansatz eignet sich für „business as usual“, kann aber bei der Bearbeitung jener komplexer gesellschaftlicher und organisationaler Aufgaben, vor der viele Organisationen heute stehen, zu kurz greifen.

Scharmer hat im Zuge seines Forschungsprojektes erkannt, dass Innovatoren erfolgreich darin sind, aus einer „im Entstehen begriffenen Zukunft heraus zu handeln“ anstatt ihre Handlungen vergangenheitsbasiert auszurichten und wiederkehrend herunterzuladen (sog. „Downloading“).

Daraus ist Scharmer’s Theorie U entwachsen und nachfolgend der soziale Prozess des Presencing entstanden. Durch Presencing (eine Wortschöpfung aus „presence“ und „sensing“) können Individuen, Gruppen, Organisationen und Institutionen bis hinzu globale Systeme bedeutende Ansätze zur Adressierung bevorstehender Aufgaben, für die sie keinen bisherigen Bezugsrahmen besitzen, erforschen. Scharmer hat hierfür den Begriff „Lernen aus der Zukunft“ geschaffen, bei dem es in einem U-förmigen Prozess darum geht, heute die anstehenden Lern- und Aktionsfelder von morgen zu begreifen – und angemessene Lösungsansätze (Prototypen) zu deren Bewältigung zu formulieren.

Der Presencing Prozess: Beobachten – Reflektieren –  Handeln

Die "road to success" ist lang. Ein Mann im Anzug blick in die Ferne.

Der U-förmige Presencing Prozess beginnt auf der linken Hälfte des „U“. Zuerst tritt eine Geschwindigkeitsreduktion und ein aufmerksames Beobachten der aktuellen Lage oder Fragestellung ein. Scharmer beschreibt diese Phase der Dekonstruktion bestehender Verhaltensmuster als „observe, observe, observe“ und rät, gewohnheitsmäßige Routinen aufmerksam zu erforschen und sich mit den Protagonisten und Beteiligten (möglichst vor Ort) zu verbinden. In dieser Phase bringt man sich selbst in Bewegung, erweitert seine Perspektive und die eigene Wahrnehmung und verabschiedet sich vom „Downloading”.

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