Caring Economy

Die verkannten Grundlagen der Ökonomie, Wege zu einer Caring Economy von Riane Eisler

Als Organisationsentwicklerin, mit der Beta-Kodex Sozialtechnologie als Grundlage, begleite ich Unternehmen bei ihrer Entwicklung und Etablierung von einem Alpha zu einem Beta Unternehmen. 12 sich einander ergänzende, sich bedingende, konsistente Prinzipien zur demokratisch-marktwirtschaftlichen Unternehmensführung schaffen einen dezentralen Aufbau der Organisation, die selbstorganisierte Teamarbeit in agilen Strukturen ermöglicht. Der Beta-Kodex berücksichtigt sowohl die Dynamiken  der komplexen Märkte, als auch die Bedürfnisse der Menschen auf wirkungsvolle  Zusammenarbeit, Lernen und Selbstbestimmung. Im Zuge meiner Tätigkeit bin ich auf Riane Eislers Caring Economy gestoßen, deren ökonomischer Ansatz auf vergleichbaren Grundlagen basieren: Dem  Musterwechsel von schädlichen und lückenhaften Wirtschaftstheorien hinzu partnerschaftlichen Systemen.

Viel Freude mit dem Wirtschaftskonzept Caring Economy und den wegweisenden Erkenntnissen für eine gesunde Wirtschaft und Gesellschaft!

Riane Eisler identifizierte das Partnerschaftssystem und das Dominanzsystem als zwei grundlegende soziale Konfigurationen, die sich vor allem darin unterscheiden, wie sie die Beziehung von Mensch und Natur, Eltern-Kind-Beziehungen, Geschlechterrollen und Beziehungen in weiteren gesellschaftlichen, ökonomischen Zusammenhängen konzipieren und welchen Stellenwert sie der Fürsorge für Mensch und Natur geben. Sie stellt fest, dass wichtige Wirtschaftsfaktoren nicht berücksichtigt werden, ohne die ein komplettes Bild einer gesunden, nachhaltigen Wirtschaft nicht gezeichnet werden kann. Riane Eisler zeigt auf, wohin uns Wirtschaftstheorien bringen, die nicht von Anfang an und auch nicht zu Enden gedacht werden. Sie entwickelte die Wirtschaftstheorie der Caring Economy, welche aus ihren zahlreichen interdisziplinären, kulturellen und historischen Arbeiten entstand und eine ganzheitliche Sicht auf Wirtschaft umfasst.

Dr. Riane Eisler, JD, PhD (hon) ist Kulturhistorikerin und Evolutionstheoretikerin, Sozialwissenschaftlerin, Rechtsanwältin und Autorin. Ihre Forschungen, Schriften und Vorträge haben Bereiche Geschichte, Literatur, Philosophie, Kunst, Wirtschaft, Psychologie, Anthropologie, Menschenrechte, Pädagogik, Religionswissenschaft, Politikwissenschaft, Frauenforschung, Managementlehre und Gesundheitswesen stark beeinflusst. Zusammen mit der Gründung des Center for Partnership Studies hat Eisler die Caring Economy Campaign ins Leben gerufen, um den ökonomischen Wert der Fürsorge für die Natur und für die Menschen aufzuzeigen.

Sie ist Ehrenmitglied im Club of Rom. Unter den vielen Auszeichnungen, die sie erhalten hat, sind einige Höhepunkte der Nuclear Age Peace Leadership Award, der Feminist Pioneer Award und die Anerkennung in Great Peacemakers als eine von zwanzig renommierten führenden Persönlichkeiten für den Weltfrieden, neben Mahatma Gandhi, Mutter Teresa und Martin Luther King. Ihr erstes Werk „The Chalice and the Blade ” – “Kelch und Schwert“  wurde 1987 veröffentlich, über 500.000-mal verkauft und ist in 26 Sprachen erhältlich. Es brachte bahnbrechende neue Erkenntnisse über unsere kulturellen Ursprünge, über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Menschheit. 2007 wurde ihr Buch „The Real Wealth of Nation“ veröffentlich. Seit 2020 gibt es nun endlich und Dank der Übersetzerin Ulrike Brandhorst und dem Büchner Verlag das Werk in Deutsch.  „Die verkannten Grundlagen der Ökonomie – Wege zu einer Caring Economy“.

Riane Eisler schlägt neue sozialwissenschaftliche Paradigmen vor, die die Grenzen herkömmlicher sozialer Gegenüberstellungen wie religiös vs. säkular, rechts vs. links, kapitalistisch vs. kommunistisch, Ost vs. West und vorindustriell vs. industriell oder postindustriell überschreiten. Sie stellt die Frage, welche Arten von Institutionen und Überzeugungen gerechtere und friedlichere Beziehungen unterstützen. Bei der Beantwortung dieser Frage bietet Eislers multidisziplinäre, interkulturelle Forschung ein neues analytisches Instrument zum Verständnis und zur Verbesserung sozialer Systeme: Das Partnerschaft-Dominanz-Modell. Darin beschreiben partnerschaftliche Strukturen einerseits und das Modell der Beherrschung andererseits die beiden Pole eines Kontinuums. In diesem Kontinuum richten sich Gesellschaften in die eine oder andere Richtung aus und schaffen damit unterschiedliche Lebenswirklichkeiten bzw. jeweils eigene Formen des Ausschlusses und der Teilhabe von Menschengruppen. Eisler identifiziert das Partnerschaftssystem und das Dominanzsystem als zwei grundlegende soziale Konfigurationen, die sich vor allem darin unterscheiden, wie sie die Beziehung von Mensch und Natur, Eltern-Kind-Beziehungen, Geschlechterrollen und Beziehungen in weiteren gesellschaftlichen, ökonomischen Zusammenhängen konzipieren und welchen Stellenwert sie der Fürsorge für Mensch und Natur geben.

“Uns wurden aus der Vergangenheit dysfunktionale Wirtschaftsmodelle und Bewertungsmaßstäbe aufgebürdet, die wiederum zu dysfunktionalen Praktiken und einer dysfunktionalen Politik geführt haben. Hauptursachen für scheinbar unlösbare Probleme wie Armut, Überbevölkerung und Umweltzerstörung.“ Riane Eisler, demokratie unternehmen 

“Wirtschaftliche Ungleichheit ist kein Alleinstellungsmerkmal des unregulierten Kapitalismus, sondern vielmehr ein generelles Merkmal von dominanzgeprägten Wirtschaftssystemen. Eigentlich ist nicht der Kapitalismus das Ungeheuer, sondern die ihm zugrunde liegenden dominanzgeprägten Überzeugungen, Strukturen und Gewohnheiten. Das Ausblenden von Fürsorge und Care-Arbeit in der etablierten Wirtschaftstheorie- und praxis hat verheerende Auswirkungen auf die Lebensqualität von Menschen, auf unsere natürlichen Lebensgrundlagen sowie auf die wirtschaftliche Produktivität, Innovationsfreude und Anpassungsfähigkeit an neue Bedingungen.” Riane Eisler

Die alten und auch noch weit verbreiteten Wirtschaftstheorien beinhalten nur drei der sechs Faktoren, die eine starke, gesunde, nachhaltige Wirtschaft in Demokratien braucht. Der hohe volkswirtschaftliche Faktor der unbezahlten Arbeit wird in der konventionellen Wirtschaftslandkarte nicht sichtbar. Caring-Economics schließt alle diese Sektoren ein. Mit dieser allumfassenden Perspektive können wir beginnen, ein Wirtschaftssystem zu entwerfen, das die beispiellosen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, effektiv angeht und die volle menschliche Entwicklung ermöglicht.

“Das BIP umfasst Aktivitäten, die Leben schädigen und nehmen, als produktive Arbeit. Es geht nicht nur um die Herstellung von Zigaretten, sondern auch um die daraus resultierenden Arztrechnungen, die daraus resultierenden Beerdigungsrechnungen. Sie sind großartig für das BIP. Das Gleiche gilt für Ölverschmutzungen und die Kosten für deren Beseitigung. Nicht nur, dass der BIP Negatives als Positives einbezieht. BIP hat es versäumt, den wirtschaftlichen Wert der lebenserhaltenden Maßnahmen zu berücksichtigen. Natürlich kann man den Wert der Fürsorge nicht beziffern, aber man kann ihren wirtschaftlichen Wert beziffern.” Riane Eisler

“Der Marktwert einer Sache wird oft von Dynamiken verzerrt, die auf Vorannahmen aus Dominanzsystemen beruhen und verhindern, dass die tatsächlichen menschlichen Bedürfnisse befriedigt werden. Nicht der Mensch dient dem Markt, der Markt dient den Menschen. Der Markt muss die Interessen der Menschen wahrnehmen, anstatt sie zu zwingen, den Anforderungen des Marktes zu genügen. Wirtschaftssysteme sind menschliche Schöpfungen.” Riane Eisler

The Social Wealth Index

Caring Economy Goes Beyond GDP

Four Cornerstones for an Integrated Progressive Agenda 

Building a Caring Democracy

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