Gender Gaps

Seit 1979 gibt es in Österreich das Gleichbehandlungsgesetz. Seither ist die Diskriminierung bei der Entlohnung zwischen Frauen und Männern verboten.

Das Optimieren in patriarchaler Strukturen ist und bleibt ein Optimieren in patriarchalen Strukturen. Also enden wollend, eingeschränkt und nicht ausreichend passend für alle.

Gender Pay Gap

Leider ist es immer noch so, dass Frauen und Männer ungleich entlohnt werden. Aktuell liegt die Einkommensdifferenz in Österreich im Durchschnitt bei 15,2 %. Umgerechnet sind das 56 Arbeitstage, die Frauen kostenlos arbeiten, oder jedes 7. Jahr. Laut aktuellsten Zahlen haben Frauen in Österreich im Durchschnitt nur 84,4% der Einkommen von Männern. Frauen müssen in Österreich aktuell also 57 Tage pro Jahr länger arbeiten, um das gleiche Jahreseinkommen zu erzielen, das Männer bereits zu Jahresende für sich verbucht haben. Frauen arbeiten heuer also bis zum 26. Februar unbezahlt – und bekommen erst ab diesem Tag für ihre Arbeit gleichviel wie ihre männlichen Kollegen. Tag der Einkommensgleiche – 26. Februar 2019

Gender Care Gap

1999 wurde Die partnerschaftliche Teilung der Versorgungsarbeit in das Ehegesetz integriert. Auch den Gender Care Gap schaffen wir nicht zu schließen. Dieser setzt sich auch nach der Karenz fort. 2018 hat fast jede zweite berufstätige Frau Teilzeit gearbeitet, aber nur 11,2 Prozent der Männer. Nicht nur in den ersten Lebensjahren der Kinder, sondern auch langfristig übernehmen Frauen nach wie vor einen größeren Teil der unbezahlten Familienarbeit – und stehen damit dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr oder nur zum Teil zur Verfügung.

Gender Pension Gap

Noch immer sind es vor allem die Frauen, die mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu kämpfen haben. Sie verkürzen ihre Arbeitszeit ohne Lohnausgleich, um die unbezahlte Sorge- und Haushaltsarbeit zu leisten. Dies wiederum führt zu hohen Teilzeitquoten bei Frauen und einem massiven „Gender Pension Gap“: Die durchschnittliche monatliche Pension aller PensionistInnen betrug im Dezember 2017 bei den Männern 1.918 Euro und bei den Frauen 1.094 Euro (brutto inkl. Zulagen und Zuschüsse, ohne Sonderzahlungen).

„Gleich viel Arbeit und gleicher Lohn für Männer und Frauen würde bedeuten: Männer müssten durchschnittlich um 10 Prozent mehr arbeiten, würden aber ein Drittel weniger verdienen. Frauen würden rund 10 Prozent weniger arbeiten, dafür aber fast das Doppelte verdienen.“

Johanna Dohnal, 1997

„Solidarisches Wirtschaften bedeutet: Wie organisieren wir wirtschaftliche Prozesse, Produktionsprozesse wo es darum geht, sich zum Beispiel in Kollektive zusammenzuschließen, so zu produzieren, dass es nicht umweltschädlich ist, dass es gerecht verteilt ist und nicht mehr auf die Profit-Maximierung abzielt. An solchen Konzepten müssen wir viel stärker arbeiten. Und das hängt auch mit Lohnarbeit zusammen und wie die gesellschaftliche Arbeit verteilt ist. “

Viktoria Spielmann, 2020

„Frauen und Männer sind nicht gleich. Entscheidend ist, dass wir gemeinsame Interessen haben, die gleichwertig gewahrt werden müssen. Auch die Männer verlieren, weil auch sie an ihren Entfaltungsmöglichkeiten gehindert werden, wenn ein Familienbild propagiert wird, das sagt, eigentlich ist der Papa nicht unbedingt notwendig. Von einer Gleichstellung würden alle profitieren. Das ist eine Erkenntnisfrage.“

Lisz Hirn, 2019

„Es ist an der Zeit, daran zu erinnern: Die Vision des Feminismus ist nicht eine „weibliche Zukunft“. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.“

Johanna Dohnal, März 2004

„Emanzipation ist gelungen und Frauen sind völlig gleichgestellt“: Dieses Urteil haben wir als Gesellschaft zu früh gefällt. Eine gewisse Zahl an privilegierten Frauen mit höherer Ausbildung hat profitiert. Aber etwa für Frauen aus schwächeren sozialen Verhältnissen hat sich durch die rechtliche Gleichstellung wenig geändert.“

Lisz Hirn, 2019

„Oh shit: weibliche Repräsentation die darauf hinausläuft, dass Frauen in einem kapitalistischen System, das von Männern aufgebaut wurde, aufsteigen können ist total daneben. “

Liv Strömquist, 2018

Wer glaubt, dass Frauenförderung ein Frauenthema ist, wer glaubt, dass Gleichstellung ein Spezialthema in Unternehmen ist, wer glaubt, dass er oder sie sich da rausreden kann, der hat noch nicht verstanden, um was es geht und bestätigt die Aufrechterhaltung patriarchaler Machtstrukturen. Das kann sich eigentlich kein Unternehmen mehr leisten. Sozial nicht und wirtschaftlich auch nicht. Denn jedes Unternehmen ist Teil einer Gesellschaft und patriarchale Muster schaden allen. Frauen und Männern und Kinder und dem Unternehmenserfolg. 

Im Podcast „Elisabeth Sechser will Gutes Neues Arbeiten“ Folge #10 hört ihr ein paar Anregungen dazu und was das Ganze mit dem Beta-Kodex zu tun hat.

Mehr über den Beta-Kodex, die Grundlage meiner Arbeit, ein feministischer Organisationsentwicklungsansatz für wertschöpfungsstarke Unternehmen für Gutes Neues Arbeiten