Be aware of the overtraining syndrome

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Regeneration bedeutet nicht Nichts-Tun.Unter runnersworld.de erhält man Marathontrainingspläne vom „Ankommen ist alles“ bis hin zum „unter 2:30 Stunden“. Was in allen Plänen zu finden ist, sind Ruhetage. Wer beim Sport die aktiven, bewussten Regenerationsphasen vernachlässigt, schadet sich selbst durch Übertraining und damit verbundene Leistungsdefizite.

Unter Regeneration werden Prozesse verstanden, die zur Wiederherstellung eines physiologischen Gleichgewichtszustandes führen. Sie stehen immer in Bezug zu einer vorausgehenden Belastung und haben (wieder-)versorgende Funktion. Unser Körper braucht Regenerationsprozesse, um den Nährstoffspeicher aufzufüllen, verbrauchtes Zellgewebe zu erneuern, Wachstum von Neuronen oder Änderung des neuronalen Aktivitätszustandes sowie die Anpassung der Körperorgane an erhöhte Belastung zu ermöglichen. Diese Phase ist maßgeblich mitverantwortlich, dass wir belastbar und leistungsfähig bleiben und  belastbarer und leistungsfähiger werden. Wer das vernachlässigt, verhindert trotz hartem Training eine weitere Entwicklung.

The overtraining syndrome

overtraining syndrome, Sichtart. Reflexion, Leistungssport, Leistung, KrafttrainingDas Übertrainingssyndrom wird charakterisiert durch einen Abfall der Leistungsfähigkeit trotz weitergeführten oder sogar intensivierten Trainings mit teilweise ausgeprägten Befindlichkeitsstörungen. Zwar sind es die Trainingseinheiten, die das Potenzial für die Leistungssteigerung liefern, aber erst während der Regenerationsphase laufen die Prozesse ab, die entscheidend zur Leistungsverbesserung beitragen. Training und Regeneration stehen hierbei auf einer Ebene.

Was bedeutet das für die Arbeitswelt?

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Neben dem täglichen Zusammenkommen, um Informationen auszutauschen, aktiv Strategien umzusetzen, den Arbeitsfluss aufrechtzuerhalten, sind Reflexionsräume bewusste Phasen für Weiterentwicklung. In manchen Branchen sind bewusste Regenerationsphasen schon lange ein fixer Bestandteil in Form von wiederkehrenden Intervisions-, Supervisions- oder Coachingprozessen. Regelmäßig im Arbeitsalltag verankert finden bewusste Reflexionsräume statt, um innerhalb des Arbeitskontextes auszusteigen, zu reflektieren, Erlebtes wirken zu lassen und zu verarbeiten. Es geht hierbei um bewusste Regeneration und ist nicht zu verwechseln mit einem Teamevent oder Firmenfeiern. Zwar kommen auch hier die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen. Jedoch nicht mit der Erwartung von gemeinsamer Aktivität, Spaß und Spiel, sondern mit dem Ziel durch Reflexion Verständnisbildung zu ermöglichen. Als Ausdruck von Professionalität bildet Reflexion die Grundlage für wesentliche Erkenntnisse, stärkt für die Zukunft und vergrößert eigene und gemeinsame Handlungsspielräume. So wie im Sport Regeneration auf einer Ebene mit Training steht, so steht Reflexion auf einer Ebene mit Aktion.

Reflexion (lat. reflectere „zurückwenden“) bedeutet nachdenken, überlegen und ist die Fähigkeit, eine Erfahrung Revue passieren zu lassen, sie dabei unter verschiedenen Gesichtspunkten zu beleuchten, um Erkenntnisse aus ihr zu gewinnen. Als das „Zurückbiegen des Geistes auf sich selbst“, richtet Reflexion den Fokus von außen nach innen und stellt die innere Erfahrung und Wahrnehmung in das Zentrum. Reflexion ist wesentlich für einen tiefen Entwicklungsprozess, um mit dem inneren Erleben in Kontakt zu kommen, sich zu erkennen, um weiter zu kommen. Reflexion dient der Überprüfung von Situationen, Ergebnissen oder Fragestellungen sowie der kritischen Selbstbetrachtung.

Zu Relevanz und Nutzen von Reflexion in Organisationen schreibt Haslinger: „Selbstreflexion ist der erste Schritt zur Persönlichkeitsentwicklung, reicht aber nicht aus. Neben Selbstreflexion ist auch organisationale Reflexion wesentlich, die den Wandel und die Entwicklung in Organisationen nachhaltig unterstützt. Dabei sind vor allem die Haltung und das Verständnis, aus dem heraus Reflexion stattfindet, entscheidend. Nicht nur die Werte, Überzeugungen und Handlungsmuster der Einzelnen, sondern auch das Selbstkonzept der Organisation muss in Frage gestellt werden dürfen.“

Führung

Für Führungskräfte wird es immer wichtiger Möglichkeitsräume zu schaffen, die immer stärker von Vernetzung abhängen. Heute geht es weniger darum, wie ich als Führungskraft eine Entscheidung begründe, die ich treffe, sondern immer mehr darum, wie ich als Führungskraft kollektive, sinngebende Räume schaffen kann, um gemeinsam mit anderen für komplexe Fragestellungen passende Antworten zu entwickeln. Es wird immer wichtiger und sinnvoller über das Kollektiv einen Mehrwert zu erlangen. Eine wesentliche Ressource ist die Vernetzung, die eine gemeinschaftliche Form des Reflektierens und Nachdenkens anbietet. Eine Bedingung damit das gelingt ist das Bilden von gemeinsamen Bedeutungsräumen, in denen kulturelle Wertekonzepte so ausgehandelt werden, dass sie von allen Beteiligten respektiert und gelebt werden können.

Quellen: Das emotionale Unternehmen: Mental starke Organisationen entwickeln, 2010 von Jochen Peter Breuer und Pierre Frot, Dennis Sandig M.A., Universität Saarland; Leiter der Abteilung „Forschung“ iQ athletik GmbH | Krunoslav Banovcic M.A., Sportwissenschaftler | Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. 2002 | Journal of Sport Science. 2008 | European Journal of Sport Science. 2009 | Trends bei Reflexion in Organisationen, Linda Baumgartner, Beate Haslinger: Relevanz und Nutzen von Reflexion in wirtschaftlichen Organisationen, 2015,  Symbolon-Blog | Peter Kruse,  Organisationspsychologe

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Welche Strategien sind erfolgsversprechend, welche nicht? Welche Muster sollen wir unterbrechen? Ein komplexes System wird zerstört, wenn wir es vereinfachen. Wir müssen somit komplexitätskompetent bzw. komplexitätsreif sein. Reflexion erleichtert bzw. ermöglicht den Umgang mit Komplexität. Sie eröffnet den Raum für emotionale und intuitive Bewertungen und ermöglicht neue Musterbildungen jenseits der Rationalität. Dies gemeinsam zu tun reduziert Fehlerbildungen. Das Schöne und auch immer wieder Herausfordernde dabei ist, dass Reflexion nicht primär den Fokus auf Lösungen und Antworten setzt, sondern durch das gemeinsame Betrachten von komplexen, vielschichtigen, perspektivenreichen Realitäten ein Mehrwert entsteht und Erkenntnisse generiert, der neue Lösungen, passende Antworten, nächste Schritte bringen kann.

Eine lernende Organisation braucht bewusst installierte, kollektive Lernräume, um kritische Reflexion zu etablieren. Durch Reflexion können wir Vergangenes verdauen, verarbeiten und wesentliche Erkenntnisse daraus für die Zukunft generieren. Reflexion ist ein wesentlicher Prozess um Zukunft aktiv zu gestalten. Wenn wir diesen Prozessen zu wenig Raum geben, dann laufen wir Gefahr, dass wir trotz Mühen und Anstrengung weniger vorankommen und erreichen oder sogar schwächer werden.

Für ein starkes, wirksames Management, kooperatives Organisationsdenken, Wertekultur, Zukunft gestaltendes Agieren und visionäre Veränderungskraft 

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Literaturempfehlung „Das emotionale Unternehmen“ >>>


… und wie Sie ja bereits wissen: Reflexionsreife Menschen sind in jeder Beziehung entscheidungsstärker und wirksamer. 

Elisabeth Sechser, Geschäftsführung Sichtart-Beratung, Symbolon-Expertin