A bissl New Work ist zu wenig

Ein bisschen Kanban, ein bisschen agiler-arbeiten, teilweise selbstorganisiert mit ein bissl Home Office. Echtes New Work und Demokratie brauchen mehr als das. 

Es gibt zwei Muster: Demokratie und Nicht-Demokratie. Innerhalb und außerhalb von Organisationen.

In welches Muster zahlt die Organisationsgestaltung ein?
Welche Instrumente werden eingesetzt?
Werden Menschen kontrolliert oder kontrollieren Menschen gemeinsam die Arbeit?
Gibt es Heldentum, Einzelleistungen oder ausschließlich gemeinsame Erfolge?
Werden Ziele vorgegeben oder führt die Arbeit selbst?
Wird Diskurs erwünscht oder breite Zustimmung erwartet?
Haftet Verantwortung an allen oder dominiert die liebe Letztverantwortung an Führungskräften?
Geht es um Delegieren oder Dezentralisieren?
Kombiniert man “All-in-Verträge mit Karriereleiter” oder “attraktive Teilzeit mit Familienleben”?

Die Art und Weise, wie Organisationen sich organisieren, Zusammenarbeit und starke Entscheidungsprozesse ermöglichen, hat enormen Einfluss auf unser Denken und Handeln im Unternehmen und darüber hinaus. So oder so: Organisationen prägen das eine Muster oder das andere. 


Erlebte Handlungsfähigkeit im Betrieb und (anti)demokratische Einstellungen

“Weite Teile der ostdeutschen Arbeitswelt sind durch geringe Tarifbindung, disruptive Transformationsprozesse und einen patriarchalen Führungsstil geprägt. Dabei kann die Erfahrung einer Mitbestimmungskultur im Berufsleben helfen, die oft kritisierte Verbreitung von extrem rechten Einstellungen zu senken. Insbesondere „Ausländerfeindlichkeit“, also die Abwertung von Menschen, die nicht zur Eigengruppe „der Deutschen“ gezählt werden, wird durch Beteiligungserfahrung am Arbeitsplatz reduziert. Das zeigen die neuen Daten des Arbeitspapiers, das die Ergebnisse zur “industrial citizenship” der Leipziger Autoritarismus-Studie 2020 aufgreift und fortführt. Wer den Einsatz für Demokratie und gegen die extreme Rechte in den neuen Bundesländern ernst meint, sollte also auch den Ausbau der institutionellen Mitbestimmungsmöglichkeiten in ostdeutschen Firmen konkret fördern.”

Aus: Arbeitswelt und Demokratie in Ostdeutschland, Otto Brenner Stiftung, 2023
Wir senden gerne das ganze Arbeitspapier auf Anfrage zu.


Mehr dazu gibt es beim zweiten Sichtart – Break!

30 Minuten im Gespräch mit Elisabeth Sechser. Ein erfrischender Austausch in kleiner Runde über New Work & Demokratie und warum jede Organisation die Welt ein bisschen besser machen kann.

Am 06. März, 13:00 – 13:30, online.
Anmeldung: info@sichtart.at
Für alle Menschen in Organisationen