DEMOKRATIE BRAUCHT ZEIT.

Der kapitalistische Zwang lässt uns glühen: „Zeit ist Geld“ hat uns auf Steigerung und Optimierung ausgerichtet. Wir kreieren mehr Beschleunigung. Das Credo in Firmen zeigt sich in vielen anderen Lebensbereichen als Echo wieder.

Der Zeitphilosoph Hartmut Rosa schreibt in “Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne.” „Wir wollen schneller werden, Zeit sparen und haben weniger Zeit, weil wir in kürzerer Zeit mehr machen. Wir gewinnen keine Zeit, sondern Zeitdruck. Dabei verlieren wir den Bezug zum Leben.“

Das Zeitpardoxon von Rosa:

  • Durch die technische Beschleunigung verschaffen wir uns mehr Tätigkeiten in weniger Zeit.
  • Die Beschleunigung des sozialen Wandels erfordert schnellere Anpassung. Das erzeugt Druck.
  • Die Beschleunigung des Lebenstempos lässt uns schneller mit etwas fertig werden, um in kürzerer Zeit mehr zu erleben.

Sogar wenn wir in Summe weniger Erwerbsarbeitszeit nachgehen, haben wir weniger Zeit. Die Leben sind voll, verdichtet, schnell. Und teuer. „Die Entwicklung des Arbeitsmarkts hat trotz mehr Teilzeitstellen nicht zu mehr Zeitwohlstand beigetragen, sondern zu Zeitnot für die einen, Geldnot für die anderen und ein Teil der Gesellschaft hat mit beiden Nöte zu kämpfen.“ schreibt die Journalistin und Autorin Teresa Bücker in ihrem Buch: Alle_Zeit

Überall lockt die Versuchung mehr aus seiner Zeit hier zu machen. „Zeit ist eine der wirkmächtigsten Maßnahmen sozialer Kontrolle“, Laura Wehr, Ethnologin. Wir werden ausgetrickst und lassen uns weiter von pseudoökonomischen Behauptungen jagen. Der Preis ist hoch. Wir sind als Gesellschaft zu schnell.

DEMOKRATIE BRAUCHT ZEIT.

Eine pluralistische Demokratie muss langsamer werden. Nur so können gute, gemeinsame Ausgestaltungsprozesse gelingen. Natürlich auch in Unternehmen. Wer die Kraft und das Potential der vorhandenen Vielfalt nutzen will, muss Zeiträume schaffen, damit sich die wohl stärkste Autorität entfalten kann: “Die tragfähige Vereinbarung zwischen Menschen” (nach Ernst Weichselbaum und Mary Follett)

 


Wer sich dafür Zeit nehmen will, gönnt sich einen Sichtart-Break – Im Gespräch mit Elisabeth Sechser

Ein erfrischender Austausch in kleiner Runde über New Work & Zeit

𝐀𝐦 10. April, 10:𝟎𝟎 – 10:𝟑𝟎 und am 25. April, 15.00-15.30, 𝐨𝐧𝐥𝐢𝐧𝐞
𝐅ü𝐫 𝐚𝐥𝐥𝐞 𝐌𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐢𝐧 𝐎𝐫𝐠𝐚𝐧𝐢𝐬𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧𝐞𝐧.
𝐀𝐧𝐦𝐞𝐥𝐝𝐮𝐧𝐠 𝐮𝐧𝐭𝐞𝐫 𝐢𝐧𝐟𝐨@𝐬𝐢𝐜𝐡𝐭𝐚𝐫𝐭.𝐚𝐭