Verschlimmbesserung

Verschlimmbesserung bedeutet grundsätzlich, eine beabsichtigte Verbesserung oder Optimierung innerhalb einer Organisation zu schaffen, die real jedoch eine Verschlimmerung, Verschlechterung einer Sache, eines Zustandes, Prozesses usw. bewirkt.
Quelle: Wiktionary

In der Steuerung von Organisationen bedeutet der Begriff, sich gestalterisch (durch Strukturen, Prozesse, Regelwerke, Leitfäden,…) in eine Organisation „einzumischen“ in dem Glauben, dass diese nicht ohne all dem auskommen könnte. Man erliegt quasi der Illusion, das Organisationen so durchdacht werden könnten, dass man sie zielgerichtet gestalten könne. Dafür aber sind Organisationen zu komplex,  die Zusammenhänge entziehen sich dem Verstand. Ein weiterer Denk- bzw. Handlungsfehler besteht darin, dass viele der Ansicht sind, Organisationen hören auf sich zu entwickeln, wenn man aufhört, sich einzumischen. Doch diesem Pflichtgefühl sollte man sich entledigen. Meist ist das Gegenteil der Fall. Durch diese Form des „Einmischens“, werden meist nur die interen Referenzen erhöht, welche die Menschen von der eigentlichen Arbeit abhalten und die Wertschöpfungspotentiale minimieren. Das Vertrauen in die Eigendynamik der Selbstorganisation sollte größer sein, als der Versuch etwas zu regulieren und zu steuern, was man nicht regulieren und steuern kann. Das Risiko der Verschlimmbesserung ist sonst meist viel größer als der erhoffte Nutzen.

Die erfolgversprechendere Strategie ist das „Einmischen“ zu unterlassen, welches der Selbstorganisation des Unternehmens im Wege steht. Sonst ist es eben nur gut gedacht, jedoch nicht gut gemacht. Das ist dann die Verschlimmbesserung.
Quelle: Mark Poppenborg, Intrinsify.me /wie-du-deine-organisation-vor-verschlimmbesserung-schuetzt/

„Aus der Sicht des Bisherigen, ist das Neue immer falsch. Im alten Denkrahmen ist nicht wirklich Neues möglich. Neues, ist daran erkennbar, dass es zur Beschreibung des Neuen neuer Begriffe bedarf und dass es zu nachhaltigen Konstanten-Verschiebungen kommt; Konstanten im Fühlen, Denken und Handeln.“  Ernst Weichselbaum

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