Demokratie hört ja nicht auf.

Demokratie hört ja nicht auf! Angesteckt von Managementtheorien von vorgestern, finden sich viele demokratiefeindliche Spuren in allen Organisationen, die stark hierarchisch, steuernd, zentralistisch funktionieren. Und diese gibt es in allen Sektoren. Auch in Sozialunternehmen, auch im Bildungsbereich, auch im öffentlichen Sektor. 

Diese Begrenzungen sind nicht der Rahmen, den wir brauchen. Und sie gehen auch nicht weg, wenn man im Leadership sogenannte humanistische Ansätze verbreitet, die leider keine sind. Es ist hoch interessant, dass die Bilder vom wohlwollenden, gnädigen Diversitäts- und Gleichstellung-Fördern freudig bis dankbar oder stolz aufgenommen und vermarktet werden. Müsste es nicht eher unangenehm und total peinlich sein, sich den Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft nicht verpflichtet zu fühlen? Also statt fördern, sich darum kümmern, dass alte, schädliche Muster überwunden werden? Demokratie hört ja nicht auf in Unternehmen.

In der Diskussion um die “Frauenquote” zeigen sich die Feinde einer offenen Gesellschaft

Ein aktueller Artikel von meiner Kollegin, der Ökonomin, Business Humanistin, Silke Hermann war Anlass, die Diskussion um die “Frauenquote” und alles, was sich darin zeigt, in meine jüngste Podcastfolge zu holen.

„Der selbstverständliche männliche Anspruch auf Macht und Geld ist Teil der seit Jahrzehnten bewusst herabwürdigenden Diskussion um die sogenannte Quotenfrau. Auf weite Teile vorhandenen Wissens und Könnens, potenzieller Ideen und Kreativität zu verzichten, ist niemals im Sinne der Organisation bzw. eines Unternehmens. Umso interessanter ist, dass diese Potenzialverschwendung billigend in Kauf genommen wird.“ 

Silke Hermann

Wir sprechen über die Deutungshoheit der Wahrheit, schädliche Narrative, Gesellschaftsbilder, die wir noch immer in Unternehmen finden, warum sich bei diesem Thema die Feinde einer offenen Gesellschaft entlarven und dass all das dazu beiträgt, dass die meisten Organisationen nicht die Besten und nicht das Beste fördern. Für niemanden. Wir gehen den Fragen nach: Welche falschen Bilder von Unternehmertum werden nach wie vor transportiert und welche Parallelen sind in der lückenhaften Vermittlung von Demokratiegeschichte zu finden? Wie müssen sich Organisationen zur Vertiefung der Demokratie weiter entwickeln? Mit Zitaten von Hedwig Richter und Isabell Rohner. 

Kurz mal reinhören 5 Hörproben zum Probehören

Zum ganzen Hörgeschenk #28 “Die Diskussion um die „Frauenquote“. Warum sich bei diesem Thema die Feinde einer offenen Gesellschaft”  

Zum Artikel von Silke Hermann: “Unser merkwürdiges Verhältnis zur Gleichstellung in Unternehmen”