LieblingsUNworte

In meinem Podcast „Elisabeth Sechser will Gutes Neues Arbeiten“ frage ich meine Gäste und Hörer:innen mir ein LieblingsUNwort zu nennen. Das sind Begriffe, die wir aus der Arbeitswelt verbannen sollten, die wir nicht mehr brauchen. Es sind Begriffe, die der Zusammenarbeit nicht dienen, diese sogar schwächen oder stören.

LieblingsUNworte sind Begriffe, die überstrapaziert wurden oder Begriffe, die verwässern, Begriffe die permanent eine veraltete Systemlogik manifestieren, ein unpassendes und sehr fragwürdiges Menschenbild beschreiben. Auch frage ich immer nach einem Lieblingswort. Das sind die Begriffe, die wir mehr nutzen sollten, Sprache die wichtig für Gutes Arbeiten ist und in Organisationen dringend gebraucht werden. Neben meinen Gästen können mir auch alle Podcast-Hörer:innen ihre Lieblingsworte und LieblingsUNworte zusenden und diese Sammlung voranbringen. Zu gewinnen gibt es dann ein Plakat Macht der Sprache und unseren Sprachanregungskalender. Ich bin schon neugierig wie sich das hier entwickeln wird. Hier zur ersten Sammlung.

Wertschätzender Umgang – miteinander/füreinander lernen/leisten

“ Mein LieblingsUNwort ist „wertschätzender Umgang“. Inzwischen für mich nur eine leere Worthülse, die nichts aussagt. Es hat für mich den Wert durch das Überstrapazieren verloren. Sobald ich die Menschen frage, was das für sie bedeutet, kommen sie ins Stocken und müssen seeehr lange überlegen. Es hört sich schön an, mehr aber auch nicht.“ Dagegen stelle ich mein Lieblingswort(-wörter) „miteinander-füreinander lernen/leisten“. Es gibt keine Einzelleistung, keine Held*innen, im BetaCodex.

DIANA MOCK – OPTEAMISTEN

Vielen Dank Diana Mock für diesen Beitrag! Da ist mir ein Blog-Artikel eingefallen, der super zu deinem UNwort passt: „Ein echter Nobody“ und für dein Lieblingswort und dem Beta-Kodex gibt es für Interessierte weitere Informationen hier >>>

Führungskraft – Führungsperson

„Mein Unwort 2020 ist „Führungskraft“. Dieses Wort beinhaltet neben dem super spannenden Wort „Führung“ leider auch das Wort „Kraft“. Das empfinde ich als einen Widerspruch, denn es geht bei Führung nicht darum, Kraft im Sinne von Macht auszuüben. Das ist Theorie X Denke! Ein viel schöneres Wort für diese Rolle ist meines Erachtens das Wort „Führungsperson“. Das beinhaltet bereits eine Begegnung auf Augenhöhe und fördert dadurch Vertrauen sowie kooperative Eigenverantwortung im Unternehmen.“

JÖRG BLUMENSTEIN VON AGILE WEGE

Vielen Dank Jörg Blumenstein für diese Sprachanregung! Hier findet ihr eine Gegenüberstellung von „Theorie X und Theorie Y“. Das ist eine Illustration aus dem Buch „Komplexithoden“. Weiters passt auch der Blog-Artikel „all about leaderships“ gut dazu.

Digitale Transformation – Hausverstand

„Organisationen haben garantiert keine Werte. Nur was eine Seele hat, kann Werte haben. Jede Organisation ist eine soziale Einrichtung. Sie leistet gesellschaftlichen Wert in ganz vielen Wegen. Nicht nur für die eigenen Kunden und Mitarbeiter, auch für die Gesellschaft und als Steuerzahler,…“

NIELS PFLÄGING

Warum digitale Transformation zu Niels Pflägings LieblingsUNworten gehören und Hausverstand zu seinen Lieblingsworten zählen, was das mit Gutem Neuem Arbeiten und dem Beta-Kodex zu tun hat und woher dieser eigentlich kommt, hört ihr in dieser Podcast-Folge #3 Budgetierung gehört auf den Müllhaufen der Geschichte

Licht und Liebe

„Ich sende überstrapazierte Wörter auf Reha. Dass sind Wörter, die zu viel, zu oft und auch unpassend verwendet werden. Begriffe, die man nicht mehr hören kann. Begriffe, die an Bedeutung verlieren. Dieses Ritual habe ich von der Schriftstellerin Cambra Skadé. Diese sendet immer wieder überstrapazierte Begriffe, BLA BLA Wörter, denen es nicht mehr gut geht auf Reha. Dafür hat sie eine kleine Schachtel, worin sich Wörter erholen dürfen. Seit dem hab ich in meiner Gehirnschublade auch drei solcher Kästchen. Bei mir sind die Zwillinge „Licht und Liebe“ zu Gast, die hatten chronischen Brech-Durchfall und müssen sich erholen.“

MELANIE BRUS

Vielen Dank Melanie Brus! Mir fallen auch Begriffe ein, die Erholung bräuchten. New Work, agile Transformation, Buzzwords aller Art. Wenn Begriffe an Bedeutung verlieren, sollten wir ihnen Ruhe gönnen. Wie Cambra Skadé die Reha konkret gestaltet verrate ich euch in Folge 4 (ab 16.1.online)  

Herausforderungen – Probleme

„Ich wünsche mir, dass wir das Wort Herausforderung aus unserem Sprachgebrauch im Arbeitsalltag verbannen. Der Begriff wird leider häufig als ein Euphemismus für den Begriff des Problems verwendet und wird diesem damit nicht gerecht. Er hilft nicht bei der Priorisierung. Alle Probleme sind eine Herausforderung, aber nicht alle Herausforderungen sind ein Problem. Und wir sind gekommen um Probleme zu lösen. Herausforderungen sind nett, aber nicht wichtig.“

TORSTEN IRLÄNDER VON SALT-AND-PEPPER

Vielen Dank Torsten Irländer! Finde das Benennen und Kennen und Schärfen von Problemen auch essentiell. Solange man das Problem nicht verstanden hat sollte man auch nicht an Lösungen arbeiten.

Mitarbeiter abholen, Abteilungen – Kollegin, Zellen

„Ich finde Menschen abholen, Mitarbeiter und Abteilungen unpassend und für das Arbeiten in selbstorganisierten Teams ungeeignet. Zu den Lieblingsworten zählen Kollege, Kollegin und mittlerweile auch Zellen.“

ANDREAS SCHLEGEL, VORSTAND DER FSM AG

Mehr zur Wort-Auswahl von Andreas Schlegel erfährt ihr in dieser Podcast-Folge Nicht jeder macht was er will. Am besten zuerst diese Folge mit ihm zu hören: Wenn Selbstorganisation in die DNA des Unternehmens übergeht und erfahren wie die OpenSpace Beta-Transformation in dezentrale, selbstorganisierte Zellstrukturen gelang.

Partizipation – Ernsthaftigkeit

„Bei Partizipation wird erlaubt wo mitzumachen anstatt das immer alle eingeladen werden gemeinsam Probleme zu lösen. Ernsthaftigkeit beschreibt, wie man inhaltlich arbeiten will und wie man auch miteinander umgehen möchte. Es gibt nichts Schöneres, als in einer Organisation mit einem ernsthaften Anliegen arbeiten zu dürfen. Das ist dann dicht. Und übrigens geht es dann auch viel schneller.“

SILKE HERMANN VON RED42

Mehr zum LieblingsUNwort „Partizipation“ und wieso das Lieblingswort „Ernsthaftigkeit“ essentiell für Gutes Neues Arbeiten ist, erzählt sie euch in dieser Podcastfolge Ernsthaft arbeiten, gemeinsam etwas rocken.

Schickt mir eure LieblingsUNworte und LieblingsUNworte und gewinnt ein Plakat Macht der Sprache und unseren Sprachanregungskalender.