Taylorwanne

In Zeiten der Industrialisierung waren es träge, weiter, wenig Wettbewerb, Verkäufer-Märkte. In unserer Zeit sind die meisten Märkte dynamisch, eng, viel Wettbeerb, KäuferInnen-Märkte. In sogennanten tayloristischen Organisationen werden die dezentralen Prozesse der Wertschöpfung ständig nach Abläufen abgesucht, die einander ähnlich sind. Diese werden ausgelagert und zentral zusammengefasst. So entstehen mächtige zentrale Dienstprozesse, die die Wertschöpfung beliefern. Da das Zentrum nur liefert, die Wertschöpfung nur erhält, nennen wir eine solche Schnittstelle asymmetrisch. Solange die Steuerung des Ganzen funktioniert, können so Skaleneffekte erzeugt werden. Das heißt: Die Kosten sinken, die Qualität steigt. Ein geniales Konzept. (damals).

Steigt jedoch die Dynamik, so verliert ein steuerndes Zentrum seinen Überblick. Die asymmetrischen Schnittstellen werden „steuerungslos“. Chaos entsteht. Es kommt zur Überregulierung. Die meisten Unternehmen versuchen, ihre Steuerung zu „reparieren“. Aussichtslos, denn die Organisation ist ja nicht kaputt, nur ungeeignet für Dynamik. Dort, wo Dynamik dominiert, heißt die Alternative nicht bessere Steuerung, sondern Symmetrisieren der Schnittstellen und Umschalten auf Führung, also auf dezentrale Selbstorganisation. 

Aus dem Buch: Komplexithoden von Niels Pfläging und Silke Hermann 

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