Gehaltsverhandlungs-Hick-Hacks

Es geht um einen unendlich großen Markt, mit unglaublichen Wertschöpfungspotentialen, um eine fast flächendeckende Branche, die fast alle Menschen früher oder später als Kunden und Kundinnen hat. Es ist ein Business, das sowas von der Gesellschaft zugewandtes, verantwortungsvolles Unternehmertum braucht. Und eine Politik, die das auch will. Ganz im Beta-Kodex-Sinn.

Ich finde es wirklich sehr schwach, das aktuell das Pflegefachkräftemangel-Thema in Österreich auf Gehaltsverhandlungen zwischen Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen reduziert wird bzw. sich zuspitzt. Optimale Arbeitsbedingungen für diese Arbeit – Darum sollte man nicht kämpfen müssen.  Ein Gegeneinander. Pah. Wer setzt sich durch? Wer knickt ein? Das ist alles? Pflegefachkräfte und Menschen im Sozialbereich leisten großartige Arbeit für uns, für die Gesellschaft, Pflegeorganisationen ermöglichen hierfür Arbeitsorte, schaffen Raum, damit hier geleistet wird. Pflege ist ein Thema, das uns alle betrifft. Früher oder später, direkt oder indirekt, kurz oder sehr lange. Und Beta-Organisationen, wie zum Beispiel das niederländische Mobile Pflegeunternehmen Buurtzorg hat keinen Fachkräftemangel, hat 2006 mit 4 Menschen begonnen und hat mittlerweile über 14.000 Mitarbeitende, hat 2018 dem niederländischen Staat 400 Millionen Euro gespart. 60% der Arbeitszeit fließt in die direkten Pflege, der Rest der Arbeitszeit ist für alles das da, was selbstorganisierte Teamarbeit so braucht. Also Bitte: Ich hoffe Österreichs Politiker*innen, Förderstellen und Pflegeorganisationen nehmen sich ein Beispiel. Wir müssen am System arbeiten, Politik und geldgebende Stellen gemeinsam mit Organisationen. Und die tollen Fachkräfte in Ruhe und zusammenarbeiten lassen.

Erfolg, Beta-Erfolg oder sagen wir echter Erfolg ist, wenn ein positiver Wirkungskreis also Wertschöpfung für alle Anspruchsgruppen entsteht. Für Mitarbeiter*innen, für Kund*innen, für die Gesellschaft, für Eigentümer*innen. Weg von den ewigen Konfliktfeldern, die einzementiert werden, als wäre es ein Naturgesetz und logisch, dass es so ist, dass es unterschiedliche Interessen gibt und man sich deswegen bekriegen muss, bekämpfen muss, bis sich wer durchsetzt, irgendwer siegt oder wer aufgibt. Über dieses festgefahrenen Denkmuster lohnt es sich nachzudenken. Vor allem in einer Welt mit endlichen Ressourcen. Gesellschaftliche Verantwortung ist mehr als Gehaltsverhandlungs-Hickhacks. So kann man sich da nicht rausnehmen. Keiner und keine von uns. 

Gewinnmaximierung und Shareholder-Value-Theorie sind gesellschaftsfeindliche Dogmen. Erfolg ist kein Nullsummenspiel und auch nicht “Win-Win”: Grafiken und Zitat aus diesem Buch >>

Wer sicher vertiefen will, kann meinen Postcast-Folge #5 hören, dieser beschäftigt sich mit dem Beta-Kodex oder kommt im Mai nach Stuttgart zur Comeleon Conference und spricht mit Jos de Blok, dem Gründer von Buurtzorg, persönlich. 

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